Soziale Stadtentwicklung Nord-Düren
Soziale Stadtentwicklung Nord-Düren
Grünes Licht aus Düsseldorf

Nord-Düren ins Förderprogramm aufgenommen!

Der Minister für Bauen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen Oliver Wittke bestätigte mit einem Schreiben vom 12.12.2007 an Bürgermeister Paul Larue die Aufnahme von Nord-Düren in das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt NRW“. Das auf fünf Jahre angelegte „Integrierte Handlungs­konzept“ umfasst Projekte und Maßnahmen im Gesamtumfang von 4,2 Mio. €., wofür das Land För­dermittel von 80 % der Kosten in Aussicht stellt. Von den verbleibenden Kostenanteilen übernimmt die Stadt 642.000 € und andere Träger 177.000 €.

Mitte 2007 hatte die Stadt Düren auf der Basis des vom Rat der Stadt Düren und der Stadtteilvertre­tung Nord-Düren beschlossenen „Integrierten Handlungskonzeptes Nord-Düren“ einen entsprechen­den Aufnahmeantrag eingereicht. Der Antrag war erfolgreich. Im November 2007 hatte die von der Landesregierung zur fachlichen Bewertung der Aufnahmeanträge eingerichtete Interministerielle Ar­beitsgruppe anerkannt, „dass das auf Zusammenarbeit engagierter Akteure, Institutionen und Initia­tiven im Stadtteil beruhende Handlungskonzept die Grundlage dafür bietet, die gravierenden Probleme im Ortsteil langfristig zu beseitigen“, so der Minister in seinem Schreiben.

Damit war das ebenfalls vom Land geförderte „Einstiegskonzept“ in das Stadtteilprojekt Nord-Düren erfolgreich beendet. Die Umsetzung des auf einen Zeitraum von 2008 bis Ende 2012 angelegten Inte­grierten Handlungskonzeptes konnte beginnen.

Wie alles anfing

Nachdem der Rat der Stadt Düren bereits in 2004 einen Grundsatzbeschluss gefasst hatte, wurde das Büro für Gemeinwesenarbeit und Soziale Stadtentwicklung der Evangelischen Gemeinde zu Düren (GWA-Büro) Mitte 2005 damit beauftragt, in Nord-Düren Aktivierungs- und Beteiligungsprozesse zu organisieren. In dieser Einstiegsphase gehörten zu den Aufgaben des GWA-Büros
  • die stadtteilbezogene Aktivierung: Aufstellung eines abgestimmten Stadtteilprogramms, Aufbau von neuen Kooperationsstrukturen und einer Stadtteilvertretung,
  • die wohnquartiersbezogene Aktivierung: Aufstellung von Bewohnerprogrammen, Aufbau von Bewohnerorganisationen in ausgewählten Quartieren, sowie
  • die Beratung und Unterstützung von Pilotprojekten, die von Akteuren im Stadtteil durchgeführt werden, wie z.B. die Neu- und Umgestaltung von Frei- und Spielflächen.

Das Büro für Gemeinwesenarbeit und Soziale Stadtentwicklung

Das Büro für Gemeinwesenarbeit und Soziale Stadtentwicklung der Evangelischen Gemeinde zu Düren (GWA-Büro) besteht seit über 20 Jahren und hat in dieser Zeit ein spezielles Know-How entwickelt, in benachteiligten Wohnquartieren eigenständige und dauerhaft agierende Bewohnerorganisationen aufzu­bauen, um die Wohn- und Lebensverhältnisse in diesen Gebieten spürbar zu verbessern. Durch die Beratung des GWA-Büros sind in Düren zehn Bewohnerorganisationen entstanden, die über Jahre hin­weg durch vielseitige Aktivitäten und phantasievolle Aktionen wesentliche Beiträge zum Gemeinwesen­aufbau und zur lokalen Demokratieentwicklung geleistet haben. Mit der Übernahme des Auftrags für Nord-Düren wurde dieser Arbeitsansatz erweitert und ausgerichtet auf die Neuorganisation eines gan­zen Stadtteils.

Stadtteilprogramm als gemeinsame Plattform

Von August 2005 bis April 2006 wurden mit drei Akteursgruppen, und zwar
  1. den im Stadtteil ansässigen Organisationen (deutsche Vereine, Migrantenvereine, Institutionen, sozi­ale Einrichtungen, Kindergärten und Schulen),
  2. den Wohnquartieren unter Einbeziehung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und
  3. den Gewerbetreibenden, Selbständigen und Unternehmen
in einem breit angelegten Aktivierungsverfahren die wichtigsten Themen und „Ärgerpunkte“ sowie die Handlungsbedarfe und die Vorteile/Ressourcen des Stadtteils ermittelt.


Auf der Grundlage dieser Befragungsergebnisse wurden auf drei Akteursversammlungen die konsens­fähigen Themen abgestimmt und danach auf einer großen Stadtteilversammlung das Stadtteilprogramm für Nord-Düren verabschiedet. Das Programm besteht aus 17 Handlungsfeldern im investiven wie auch im nicht-investiven Bereich, die als gemeinsame Plattform für den weiteren Stadtteilentwicklungsprozess



Bürger rücken näher zusammen

Dürener Zeitung vom 23.06.2006

„Die Bürger nehmen die Geschicke ihres Stadtteils selber in die Hand, entwerfen ihre eigenen Projekte und rücken näher zusammen“, lobte Bürgermeister Paul Larue am Mittwoch die über 80 Vertreter des Stadtteils, die ihm das neu aufgestellte Stadtteilprogramm für Nord-Düren überreichten.“

dienen sollen. Dazu gehören z.B. die Sanierung der Bausubstanz, die Imageverbesserung des Stadtteils, keine weitere Zunahme von Vereinslokalen/„Teestuben“, die Schaffung von Angeboten für Kinder und Jugendliche, die Verbesserung der Verkehrssituation und die Etablierung gemeinschaftlicher Aktivitä­ten, damit aus dem Nebeneinander mehr Miteinander wird (siehe Schaubild 1).

Die wichtigsten Themen des Stadtteilprogramms

  • Spielplätze und Spielmöglichkeiten nicht ausreichend – kindgerechte Ausstattung ...
  • Räumliche und personelle Angebote für Kinder und Jugendliche ...
  • Hoher Anteil von Migrantenkindern in Kindergärten und Schulen – Sprachprobleme – Bildungsniveau ...
  • Schlechter Ruf/Image in der Gesamtstadt ...
  • Zusammenleben der deutschen und türkischen Bevölkerung – mehr Nebeneinander als Miteinander ...
  • Ort für Miteinander im Kerngebiet fehlt – multikulturelle Begegnungsstätte – „zentraler Raum für Kulturelles“ ...
  • Zusammensetzung der Wohnbevölkerung – ausgewogene Mischung von deutschen und ausländischen Mitbürgern ...
  • Sanierung der Bausubstanz – Wohnungsstandard – städtebauliche Maßnahmen ...
  • Problematische Verkehrssituation – Falschparken – fehlende Fahrradwege – zu schnelles Fahren – LKW’s ...
  • Sauberkeit und Ordnung im Stadtteil – Verschmutzung – Müllentsorgung ...
  • Problemgebiet am Bahnhof – Konsum und Verkauf von Drogen – Fahrraddiebstähle ...
  • „Problemgebiet“ mit vielen einkommensschwachen Familien und „Problemgruppen“ ...
  • Nutzung der Bürgersteige – Behinderungen ...
  • Nur noch wenige deutsche Geschäfte und Gaststätten – keine Cafés und Restaurants ...
  • Zunahme der Vereinslokale/„Teestuben“ ...
  • Viele Brachflächen, u.a. im Gewerbegebiet – attraktive Gestaltung für Stadtteil und Gesamtstadt ...
  • Fehlende Poststation ...



Auf der Grundlage des Stadtteilprogramms erstellte die Stadtverwaltung das Integrierte Handlungs­kon­zept für Nord-Düren, bevor der Stadtrat die Aufnahme in das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt NRW“ beantragte. Parallel dazu begannen auf Stadtteilebene die ersten Planungstreffen, um konkrete Maßnahmen und Projekte zu entwickeln.
 

Stadtteil Info-Broschüre